Eine Frau steht am See und hört der Stille zu.
01.12.2020

Seelenstärker

Zuhören und gehört werden

Die Propheten zeigen, wie dieser stille Advent zu einer hoffnungsvollen Zeit wird

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von Melina Sieker

Es ist seelenruhig, als Nils Petrat und ich vor dem Paderborner Dom stehen, mit dem großen Tannenbaum im Rücken. Der belebte Marktplatz vor uns ist wie leergefegt. An Tagen wie diesen, in denen wir im vergangen Jahr schon leuchtende Stände sahen und der Duft von gebrannten Mandeln die Luft erfüllte, wird es uns wieder bewusst: Dieser Advent ist anders. Stiller.

In dieser Stille liegt eine Chance: Die Stille kann uns helfen, in diesem Advent besonders wachsam zu sein.

Denn der Advent ist eine Zeit des Aufwachens und des Hoffens. Die Hoffnung ist wie die Grundmelodie des Christentums und im Advent ist diese christliche Tugend ein starker Anker für uns.

»Eins ist aber allen biblischen Charakteren und Hoffnungsgeschichten gleich. Sie laden ein, aus einem tiefen Vertrauen zu leben. Ein Vertrauen darauf, hören zu dürfen und gehört zu werden.«

Melina Sieker
aus dem Seelenstärker-Team

Aber wie kann ich all meine Sinne schärfen und mich einstimmen auf diese Grundmelodie der Hoffnung?

Vorbilder für diese inneren Bewegungen und Sinnesschärfungen können die Propheten sein. Deshalb nehmen wir in dieser Woche auch den Propheten der Adventszeit schlechthin in den Blick. Die Rede ist von Jesaja.

Er prangert in seinen Texten, entstanden rund 700 v.Chr., große Missstände an und verkündet den Menschen seiner Zeit das Gericht Gottes. Er zeichnet mit seinen Worten eine neue Welt, eine Welt des Friedens und der Gerechtigkeit. Seine Texte gleichen einem Wachrütteln und ich kann mich durchaus fragen: Was hätte Jesaja mir in diesem Advent zu sagen? Welche Botschaft hält er für mich bereit?

In Hoffnung eingehüllt

Aber Jesaja ist nicht die einzige biblische Figur, die mich in diesem Advent begleiten kann. Nils Petrat und ich schauen noch auf andere biblische Figuren. Da ist ein herber Charakter wie Johannes der Täufer der zur Umkehr aufruft, Maria, die uns zum Kooperieren mit dem Himmel einlädt und schließlich werfen wir unseren Blick auf Jesus, aber unter einem besonderen Aspekt.

Eins ist aber allen biblischen Charakteren und Hoffnungsgeschichten gleich. Sie laden ein, mich in Hoffnung eingehüllt einzulassen auf diese stillen Tage, Ruhe und Umkehr auf mich wirken zu lassen und aus einem tiefen Vertrauen zu leben. Ein Vertrauen darauf, hören zu dürfen und gehört zu werden.

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