Links das Finanzamt, rechts die Kirche
27.11.2017

Liebe

Passierschein A38, bitte!

Die wichtigsten Tipps zur (bürokratischen) Hochzeitsplanung

Von Carolin Schnückel

Heiraten macht so Spaß! Nicht nur der große Tag selber, auch die Planungen im Vorfeld. Die Tischdeko, die Playlist für den DJ, das Hochzeitsmenü zusammenstellen – alles lässt die Vorfreude wachsen. Na gut, nicht absolut alles. Denn da sind ja noch die bürokratischen Gänge zu verschiedenen Ämtern und all die Dinge, die man organisatorisch bedenken muss… Unsere sieben FAQs sollen euch diese Schritte so angenehm und unkompliziert wie möglich machen, damit ihr euch schnell wieder den spaßigen Themen zuwenden könnt. So eine mögliche Hochzeitstorte probiert sich schließlich nicht von allein!

Wann können wir beim Standesamt unseren Hochzeitstermin anfragen?

Ein halbes Jahr vor eurem Wunschtermin könnt ihr beim Standesamt nachfragen, ob euer Wunschtermin und eventuell auch eure Wunschuhrzeit noch frei ist. Diese Anfrage reicht telefonisch und der Termin wird für euch schon mal reserviert. In den nächsten Wochen solltet ihr euch auch persönlich auf den Weg zum Standesbeamten machen. Unbedingt dabeihaben: Den Personalausweis und die Geburtsurkunde.

Wenn ihr in einer anderen Gemeinde zur Welt gekommen seid als ihr heiraten möchtet, muss noch ein Auszug aus dem Geburtenregister der entsprechenden Gemeinde(n) angefordert werden. Wenn ihr schon eine Entscheidung bezüglich eures Familiennamens getroffen habt, könnt ihr diese dem Standesbeamten schon jetzt mitteilen. Bis zu einer Woche vorher kann man die Angabe aber auch noch ändern. Ihr bekommt meist auch ein Informationsblatt mit, auf dem ihr die nächsten Schritte nochmal nachlesen könnt.

Bevor ihr im "Hafen der Ehe" anlegt, müsst ihr noch ein bisschen organisieren
Bevor ihr im "Hafen der Ehe" anlegt, müsst ihr noch ein bisschen organisieren
Keine Angst, so viele Bücher müsst ihr nicht vollschreiben.
Keine Angst, so viele Bücher müsst ihr nicht vollschreiben.
Wenn der Kopf raucht: Päuschen machen!
Wenn der Kopf raucht: Päuschen machen!

Wie machen wir das mit der Kirchenplanung?

Am besten fragt ihr im Pfarramt eurer Gemeinde schon mal telefonisch nach, ob euer Wunschtermin möglich ist. Wenn ihr von einem ganz bestimmten Pfarrer getraut werden möchtet – vielleicht, weil er einen von euch beiden schon getauft und gefirmt hat –, könnt ihr euch auch direkt an ihn wenden. Wenn ihr spezielle Vorstellungen zur Gestaltung des Gottesdienstes habt, nehmt eure Notizen ruhig schon zum ersten Gespräch mit. Es wird auf jeden Fall mehrere Vorgespräche mit eurem Pfarrer geben. Deshalb ist es gut, wenn ihr euch ein Jahr vor der Hochzeit, spätestens ein halbes Jahr vorher mit eurer Pfarrei in Verbindung setzt.

Gibt es spezielle Bedingungen, wenn man vor den Traualtar tritt?

Während man die standesamtliche Trauung mittlerweile auch nur zu zweit begehen kann, müssen bei der kirchlichen Trauung zwei Trauzeugen dabei sein. Die beiden müssen nicht katholisch sein. Ihr selbst müsst übrigens auch nicht zur Firmung gegangen sein. Wichtig ist nur, dass mindestens einer von euch katholisch getauft ist. Auch, wenn euer Partner aus der Kirche ausgetreten ist, könnt ihr kirchlich heiraten, denn das Sakrament der Taufe bleibt auch nach einem Austritt gültig.

Welche Unterlagen brauchen wir, um kirchlich zu heiraten?

1. Eine Bestätigung, dass die Trauung beim Standesamt angemeldet ist (diese wird euch vom Standesamt ausgestellt) und eure Heiratsurkunde, sobald ihr standesamtlich getraut seid. Seit 2009 darf man auch rein kirchlich heiraten. Diese Form der Trauung ist allerdings zivilrechtlich nicht anerkannt und muss durch den zuständigen Bischof genehmigt werden. Der normale und sinnvolle Weg geht also zuerst zum Standesamt, da man sonst bestimmt mit einem unnötig hohen Verwaltungsaufwand rechnen muss.


2. Eure Personalausweise und die Taufbescheinigungen (das ist nicht eure Geburtsurkunde!). Die Taufbescheinigungen dürfen nicht älter als sechs Monate sein. Euer jeweiliges Taufpfarramt stellt sie euch auf Nachfrage aus. Wenn einer von euch beiden nicht katholisch ist, braucht der Pfarrer einen Ledigennachweis vom Einwohnermeldeamt. Der Ledigennachweis dient als Ersatz für die Taufurkunde, wenn einer der beiden Brautleute nicht katholisch ist.

Der Hintergrund ist, dass in der Taufurkunde alle Sakramente vermerkt werden – also auch, wenn man schon mal kirchlich geheiratet haben sollte. Da das Sakrament der Ehe nur einmal gespendet werden kann und nach einer Scheidung nicht nochmal kirchlich geheiratet werden darf, ist es wichtig, dass die Taufurkunde nicht älter als 6 Monate ist. Im Ledigennachweis des Einwohnermeldeamtes findet sich der Familienstand des Partners, der nicht katholisch ist (und somit keine Taufurkunde als Nachweis anbringen kann).


3. Wenn ihr nicht in eurer Heimatgemeinde heiraten möchtet, stellt euch euer Pfarrer eine Überweisung an eine andere Gemeinde aus.

Welche organisatorischen Dinge gibt’s noch rund um die Kirche zu beachten?

Lasst euch am besten schon frühzeitig die Kontaktdaten des Küsters geben, damit ihr alle organisatorischen Dinge rund um die Zeremonie planen könnt: Wann könnt ihr die Kirche mit euren Blumen schmücken? Wann ist der letzte reguläre Gottesdienst vor eurer Trauung? Wird die Kirche normalerweise abgeschlossen? Wenn Livemusik geplant ist, können die Musiker vorher noch einen Soundcheck machen? Schaut euch die Kirche vor eurer Trauung auf jeden Fall in Ruhe an, macht euch mit den Gegebenheiten vor Ort vertraut und besucht am besten auch mal einen Gottesdienst. So bekommt ihr nicht nur ein besseres Gefühl für die Abläufe an eurem großen Tag, sondern baut auch gemeinsam eine Verbindung zu diesem besonderen Ort auf.

In manchen Gemeinden kann es übrigens sein, dass es etwas kostet, wenn die Glocken extra für euch läuten sollen. Fragt einfach mal im Pfarrbüro nach, ob es noch irgendetwas zu bedenken gibt. Vielleicht hat eure Gemeinde ja auch einen Infozettel für zukünftige Brautleute. Oder ihr fragt mal in eurem Freundeskreis rum, welche Erfahrungen die anderen schon gemacht haben.

"Und wohin jetzt?"
"Und wohin jetzt?"

Wie läuft das nach einer Namensänderung mit dem neuen Perso?

Sechs Wochen vor dem Standesamt könnt ihr zum Bürgerservice eurer Stadtverwaltung gehen und euren neuen Personalausweis beantragen. Nehmt auf jeden Fall ein biometrisches Foto, den aktuellen Perso und einen Hinweis vom Standesamt zur Beabsichtigung der Namensänderung mit!

Abholen könnt ihr den neuen Ausweis dann sofort nach der standesamtlichen Trauung unter Vorlage der Eheurkunde. Wer direkt nach der Hochzeitsfeier in die Flitterwochen startet, kann auch noch mit seinem alten Perso und (ein letztes Mal ;)) unter altem Namen reisen. Die Reiseunterlagen sind ja wahrscheinlich eh noch auf den Geburtsnamen ausgestellt, so erspart man sich vielleicht auch Verwirrung am Flughafen oder der Hotelrezeption.

Was gibt es noch zu bedenken?

Macht euch am Besten im Laufe der Monate vor der Trauung schon mal eine Liste von Einrichtungen, Unternehmen und Behörden, bei denen ihr euren Namen und Familienstand angeben müsst. Die absoluten Musts sind:

- Krankenkasse
- Versicherungen
(z.B. Unfall, Haftpflicht, Hausrat, KFZ,…)
- Arbeitgeber/Uni/Berufsschule/…
- Hausbank
- Straßenverkehrsamt,
wenn ihr Fahrzeughalter seid

Euren Führerschein müsst ihr nicht erneuern lassen, wenn ihr immer euren gültigen Personalausweis (oder Reisepass) bei euch habt. In euren Fahrzeugpapieren muss hingegen euer neuer Name drinstehen. Wenn ihr schon mal eine Steuererklärung gemacht habt und somit „aktenkundig“ seid, bekommt das Finanzamt automatisch euren neuen Familienstand und ggfs. Nachnamen mitgeteilt. Sofern ihr es nicht anders angebt, werdet ihr von nun an steuerlich gemeinsam veranlagt. Das heißt, dass eure beiden Einkommen zusammengerechnet werden und sich daraus ergibt, wieviel Steuern ihr als Ehepaar zahlen müsst.

Und der wichtigste Tipp zum Schluss: Jetzt mal kurz durchatmen ;-)

Mix

Mit der Nutzung dieser Website erklärst du dich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Mehr Informationen