Here and now. Jetzt und hier. Voller Erwartung. Zuversichtlich. Hoffnungsvoll.
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01.11.2019

Andacht

Wenn wir wüssten...

Gedanken über das Hoffen

test
von Miriam Pawlak
Wenn die Raupen wüssten, was einmal sein wird,
wenn sie erst Schmetterlinge sind,
sie würden ganz anders leben: froher, zuversichtlicher, hoffnungsvoller.
Wenn die Raupen wüssten...
Wenn die Raupen wüssten...

Das ist eine etwas seltsame Aussage, oder? 
Gleichzeitig leuchtet sie auch ein. Jedenfalls denke ich, wenn ich die Postkarte mit diesem Text lese, dass da etwas dran ist: denn was haben Schmetterlinge, was Raupen nicht haben? Bunte, prachtvolle Flügel, mit denen sie durch die Luft fliegen und sich von den schönsten Blüten der Natur ernähren und ihre Freiheit genießen können – kurz gesagt: ein Leben in Fülle. Als Raupe aber, kriechen sie mühsam auf dem Boden oder an Bäumen, um Blätter zu fressen. Dann vereinsamen sie für eine ganze Weile in ihrem Kokon, werden leblos, starr, ja, wie tot – bis sie dann eines Tages ein völlig verwandeltes neues Leben als Schmetterling beginnen. 
Ein großartiges Wunder.

Ihr merkt vielleicht schon, dass wir dieses Bild auch irgendwie auf uns beziehen können, etwa so: 

Wenn wir Menschen wüssten, was oder (besser wie) es einmal sein wird, dann würden wir ganz anders leben: froher, zuversichtlicher, hoffnungsvoller.

Gesegnet.
Gesegnet.
Gefordert.
Gefordert.
Auserwählt.
Auserwählt.
Glaube. Hoffnung. Liebe.
Glaube. Hoffnung. Liebe.

Erwartungshaltung

Hoffnung, das scheint hier das Schlüsselwort zu sein. Aber was sollen wir heute noch hoffen oder worauf? 

Interessant ist die Beobachtung, dass das Verb „hoffen“ (frz. espérer, span. esperar) in romanischen Sprachen je nach Satzstellung auch die Bedeutung „warten“ oder „erwarten“ haben kann. Das verleiht, finde ich, der Hoffnung einen verfeinerten Sinngehalt, wenn ich gleichsam auf etwas Kommendes warte, oder sogar jemanden erwarte. In unserem Fall, das heißt, christlich gesprochen, erwarten wir eine Person: Jesus Christus, in dem sich Gott selbst mitgeteilt hat. Gott, der als Mensch in unsere Geschichte eingetreten ist, um uns seine frohe Botschaft zu bringen und um sie letztlich in Jesus Christus zu leben, ER meint es ernst mit uns. Auf ihn lohnt es sich zu hoffen.

Aber warum? Was ist das für ein Hoffnungsträger, dieser Jesus von Nazareth? Er ist doch selbst gefangen genommen worden und wurde gefoltert bis er schließlich – viel schlimmer als eine Raupe – den Tod am Kreuz fand.
Wir wissen, dass es nicht beim Tod geblieben ist. Im ersten Petrusbrief, heißt es:

»Er hat uns in seinem großen Erbarmen neu gezeugt zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.«

1 Petr 1,3

Daraus lese ich: Gott hat ihn auferweckt. Damit hat er auch uns den Weg zu einem neuen Leben ermöglicht. Wir sind durch Christus „neu“ – so wie die Raupe, die zum Schmetterling wird und auch eine Neuschöpfung ist. Genau genommen, sind wir durch die Taufe mit Christus auferstanden und wie neu geboren. Also ebenfalls eine Neuschöpfung. 
Durch die Auferstehung Jesu Christi haben wir eine lebendige Hoffnung auf ein erfülltes Leben! Krass, oder?

Hoffen heißt also leben. Doch das Leben ist nicht immer leicht.
Der Verfasser des Petrusbriefes deutet es an, indem er sagt »obwohl ihr jetzt vielleicht kurze Zeit unter mancherlei Prüfungen leiden müsst« (1 Petr 1,6) – und ich würde noch hinzufügen: häufig fühlt es sich die Zeit der Prüfungen an wie eine Ewigkeit, weil Schmerz, Trauer und Orientierungslosigkeit einfach nicht von uns lassen wollen. Probleme in den unterschiedlichsten Formen: Leid, Krankheit und eben ja, genau, der Tod, sie nehmen uns die Freude und wir vergessen oder unterdrücken, dass das doch noch nicht alles ist im Leben gewesen sein kann. Dass das wahre Leben in Fülle doch noch bevorsteht und dass es ER ist, der uns »zu einem unzerstörbaren, makellosen und unvergänglichen Erbe, das Himmel für euch aufbewahrt ist« führt (1 Petr 1,4).

Das müssen wir uns vielleicht noch viel bewusster vor Augen führen. Er selber ist die haltende Hand, der stützende Arm und die belastbare Schulter, an der wir uns nicht nur anlehnen dürfen, sondern auf der Jesus uns trägt.

Alles was wir brauchen, lässt sich zurückführen auf ein Wort: Liebe. Denn wo Liebe ist, da ist auch Glaube. Ja, das meine ich ernst, daran glaube ich. Die Liebe ist der Nährboden auf dem der Glaube wachsen und reifen kann – quasi die Blumen, die uns Schmetterlingen dargeboten werden, um das Bild noch einmal aufzufangen.
Das Wort des Ersten Petrusbriefes gilt nämlich nicht nur den damaligen Gemeinden in der Diaspora. Nein, so wie es hier geschrieben steht, genauso sollten auch wir uns angesprochen fühlen:

Wir sollten es besser wissen...
Wir sollten es besser wissen...

»Ihn habt ihr nicht gesehen, und dennoch liebt ihr ihn;
ihr seht ihn auch jetzt nicht;
aber ihr glaubt an ihn und jubelt in unaussprechlicher und von Herrlichkeit erfüllter Freude,
da ihr das Ziel eures Glaubens empfangen werdet: eure Rettung

Mit dieser Standhaftigkeit im Glauben erahnen wir bereits auf Erden einen Funken himmlischer „Herrlichkeit“, die Trost spendet. Wir haben allen Grund zur Freude und dürfen diese auch in schweren Zeiten nicht vergessen. Mit dieser Hoffnung auf Rettung müssten wir eigentlich richtig sagen: 

Gut, dass wir wissen, dass wir einmal sein werden, (und zwar so richtig vollendet)
so lasst uns (jetzt schon) noch froher, zuversichtlicher und noch hoffnungsvoller leben.

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