Corona zeigt, wo Missstände sind.
16.10.2020

Politik

Zusammen Verantwortung übernehmen

KLJB will in Corona-Zeiten auf Missstände in der Landwirtschaft aufmerksam machen

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von Rebecca Kobusch (Diözesanvorsitzende der KLJB)

Welche Emissionen entstehen? Wie ist die Wahrnehmung der Menschen um uns herum? Wie stehen Ackerbau, Landnutzung und Tierhaltung im internationalen Vergleich? Und: Ökolandbau vs. Konventionelle Landwirtschaft – was sind eigentlich die Unterschiede, was sind die Auswirkungen? Im vergangenen Jahr beschäftigten wir uns mit solchen Fragen hinsichtlich des Klimawandels im Bezug zur Landwirtschaft.

Wir, das ist „AcKerLAND“, der Arbeitskreis für ländliche Entwicklung der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB) im Erzbistum Paderborn. Alle ein bis zwei Monate trifft sich unser zehnköpfiges Gremium und tauscht sich über diverse Themen aus. Landwirtschaft in Politik und Gesellschaft, Nachhaltigkeit, Weiterbildungen, Aktionen und noch vieles mehr.

Nachhaltigkeit hat Priorität.

Corona verdeutlicht, was falsch läuft

Nachdem der Arbeitskreis im Januar dieses Jahres einen erfolgreichen Vortrag mit anschließendem Kneipenquiz in der Landvolkshochschule in Hardehausen veranstaltete, beschlossen wir, uns weiterhin mit dem großen Themenfeld der Nachhaltigkeit zu beschäftigen. Schnell wurde klar, aufgrund der aktuellen Entwicklungen der Corona-Krise müssen wir unseren Standpunkt kommunizieren: „Ab jetzt nur noch gemeinsam: Zusammen Verantwortung übernehmen!“, der Titel des entstandenen Positionspapiers.

Das Papier ist nicht innerhalb einer Sitzung entstanden und „schnell über die Bühne gegangen“. Vielmehr haben wir an langen Abenden und in vielen Stunden versucht, herauszufinden, was wir aussagen wollen und was unser Ziel ist.

Unsere Arbeit im Arbeitskreis lebt von der Vielfältigkeit der Gruppe. Wir gehören verschiedenen Regionen und Ortsgruppen an und bringen Perspektiven und Erfahrungen aus unterschiedlichen Bereichen der Landwirtschaft mit. Nach zahlreichen Diskussionen und Recherchen hielten wir dann unser fertiges Positionspapier in den Händen.
Klar war: Wir wollen auf Missstände und Abläufe aufmerksam machen, die schon seit langer Zeit falsch laufen und auch im Zuge der Corona-Krise noch einmal in den Vordergrund gerückt sind.

Nur Gesetze können Missstände beheben.

Transparente Lieferketten müssen her

Deshalb war es uns wichtig, auf das Lieferkettengesetz aufmerksam zu machen. Ein Lieferkettengesetz soll Unternehmen gesetzlich dazu verpflichten, ihre Lieferketten transparent zu machen und bestimmte Auflagen einzuhalten. Das bedeutet, Unternehmerinnen und Unternehmer sollen offenlegen wie das Produkt hergestellt, transportiert und verkauft wird. Grund dafür ist insbesondere, dass viele Unternehmen die Menschenrechte missachten und den notwendigen Umweltschutz nicht umsetzen. Die Initiative Lieferkettengesetz setzt sich für die Umsetzung eines solchen Gesetzes in Deutschland ein.

Aktuell wird in der Politik viel diskutiert: Wie soll das Gesetz genau aussehen? Sollen Umwelteinflüsse überhaupt berücksichtigt werden und ab welcher Größe der Unternehmen wird das Lieferkettengesetz greifen? Was unsere Anforderungen an ein Gesetz sind und weshalb es so wichtig ist, dieses umzusetzen, könnt ihr in unserem Positionspapier genauer nachlesen.

»Lasst uns gemeinsam handeln, damit Menschenrechte, der Umweltschutz und der Tierschutz nicht mehr eine freiwillige Entscheidung bleiben.«

REBECCA KOBUSCH
Diözesanvorsitzende der KLJB im Erzbistum Paderborn

Wir hoffen, dass viele Menschen auf die derzeitigen Umstände aufmerksam werden und ihren eigenen Konsum überdenken. Dass aktuell viel in der Politik und auch an anderen Stellen, wie zum Beispiel bei uns im Arbeitskreis, darüber diskutiert wird, macht deutlich, dass die Notwendigkeit eines Lieferkettengesetzes hoch ist. 

Wir richten uns also an alle: Verbraucher, Erzeugerinnen, Zulieferer, Verkäuferinnen, Arbeitgeberinnen und Arbeitnehmer, Unternehmerinnen und an alle, die sonst beteiligt sind. Lasst uns gemeinsam handeln, damit Menschenrechte, der Umweltschutz und der Tierschutz nicht mehr eine freiwillige Entscheidung bleiben.

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