27.11.2017

Andacht

Zusammen ist man weniger allein

Meine Gedanken zum Thema „Miteinander“

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Von Christian Städter

Miteinander – Das kann schön sein, bestärkend. Im Miteinander merke ich: Ich bin nicht allein. Es gibt Andere, die die gleiche Wellenlänge haben wie ich. Wir ergänzen uns gut. Es gibt Freunde, die sich schützend vor mich stellen, wenn es hart auf hart kommt. Oder die mir helfen aufzustehen, wenn ich gefallen bin. Und es gibt Freunde, denen ich beistehen kann, wenn sie sich schlecht fühlen. Auch das kann schön sein: das Gefühl, gebraucht zu werden und helfen zu können.

Better together

»Und dann stellt sich die Frage:
Was bin ich bereit zu investieren? Ziehe ich die Reißleine und beende das Miteinander? Was ist mir das Miteinander wert?«

CHRISTIAN STÄDTER
Spiritual im Priesterseminar Paderborn

Und dann gibt es natürlich auch die andere Seite: das Miteinander, das anstrengend ist, das herausfordert, das nervt, weil mir der andere auf den Geist geht. Der andere ist zu langsam, ich will schneller voranpreschen, aber ich muss warten.

Paulus, der ja viele Gemeinden kennengelernt hat, scheint einen realistischen Blick zu haben auf das Miteinander: „Ertragt einander!“ schreibt er in einem Brief an eine seiner Gemeinden. Manchmal geht es nur noch darum: dass man sich erträgt, dass man sich aushält. Und dann stellt sich die Frage: Was bin ich bereit zu investieren? Ziehe ich die Reißleine und beende das Miteinander? Was ist mir das Miteinander wert?

Miteinander genießen
Huckepack
Gemeinsam lachen

„Hinter mich!“, ruft Jesus

Wenn Jesus seine Jünger aussendet, dann sendet er sie zu zweit

Und Jesus? Was sagt er? Jesus ruft einzelne Menschen aus ihrem gewohnten Umfeld heraus und sagt ihnen, sie sollen ihm folgen. Er ruft ihnen zu: „Hinter mich!“ Und die Menschen schließen sich ihm an und merken: Da sind auch schon andere, die ihm folgen, ich bin da nicht allein. Und wenn Jesus seine Jünger dann aussendet, sendet er sie zu zweit. Das kann schön sein, wenn man sich gegenseitig bestärkt. Das kann auch anstrengend sein, wenn man sich ertragen muss.

» Im Miteinander erkenne ich Dinge, die lange Zeit wie ein blinder Fleck in mir waren und die quer liegen: in mir, in meiner Art, in meinem Umgang mit anderen.«

CHRISTIAN STÄDTER

Aber am Miteinander kann ich auch wachsen. Der andere korrigiert mich, macht mich auf Dinge aufmerksam, die ich selbst nicht sehe. Das ist manchmal hart. Aber es ist oft wie ein reinigendes Gewitter. Ich erkenne Dinge, die lange Zeit wie ein blinder Fleck in mir waren und die quer liegen: in mir, in meiner Art, in meinem Umgang mit anderen. Das ist hart zu erkennen, aber nur so kann ich es in Angriff nehmen.
Miteinander – was wären wir Menschen ohne das Miteinander?

Mix

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